Operative Behandlung eines Melanoms durch Exzision
DIAGNOSTIK DES MELANOMS
Das
Maligne Melanom kommt in unterschiedlichen Varianten vor. Charakteristisch für
dessen Diagnose und die Abgrenzung von normalen Muttermalen sind insbesodere
eine unregelmäßige Form (Asymmetrie) und eine unscharfe Begrenzung der
pigmentierten Hautveränderung. Ein besonders wichtiges Kriterium ist zudem das
Auftreten von unterschiedlichen Farben (Colorit) in einem Pigmentmal. Diese
Farben können sehr verschieden sein - von diversen Brauntönen bis hin zu
Aufhellungen (Regressionszonen) oder rötlichen bis lividen Hautveränderungen.
Teilweise kommen auch tief bläuliche oder taubengraue Pigmentierungen vor. Zu
den weiteren auffälligen Befunden zählen die Zunahme des Durchmessers sowie die
Erhebung (Elevation) des Pigmentmals. Diese beiden letzteren Kriterien finden
sich jedoch auch bei zahlreichen gutartigen Hautveränderungen und sind daher in
den Augen des Praktikers, der viele Muttermale und Melanome gesehen hat, eher
vergleichsweise wenig sichere Charakteristika.
Ein überwiegender Teil der Melanome kann nach diesen sogenannten ABCDE-Regeln diagnostiziert werden,
- Asymmetrie der Hautveränderung
- Begrenzung der Hautveränderung
- Colorit der Hautveränderung
- Durchmesser der Hautveränderung
- Elevation der Hautveränderung
Leider
gibt es eine Reihe von Melanomen, die aussehen können wie vermeintlich "normale
Hautveränderungen" - z.B. Muttermale oder Alterswarzen. Letztere sind gutartige
Verdickungen der oberflächlichen Haut (Seborrhoische Keratosen). Ein weiterer
Teil der Melanome kann sogar aussehen wie normale Haut (Diese Sonderform heißt
amelanotisches Melanom). Diese sind daher besonders schwer zu
diagnostizieren.
Je mehr Erfahrung man mit diesen Melanomen hat, um so mehr Respekt bekommt man vor ihnen, denn die Diagnostik eines Melanoms kann selbst bei jahrelanger Erfahrung in manchen Fällen extrem schwer sein. Daher ist es wichtig, weitere Hilfsmittel in die Diagnostik des Melanoms einfließen zu lassen.
Hilfsmittel bei der Diagnostik des Melanoms
1. Dermatoskopie
Die
Dermatoskopie bezeichnet ein spezielles Verfahren bei dem eine mikroskopische
Untersuchung der Hautveränderung vorgenommen wird. Bei diesem schmerzlosen
Verfahren wird Alkohol auf eine Glas-Linse gebracht, die dann auf die
Hautveränderung aufgelegt wird. Unter einer aufwendigen Beleuchtung erschließen
sich dem Experten zusätzliche Informationen hinsichtlich des Gefäßmusters, der
Farbenvielfalt und der Feinstrukturen der Haut.
Dermatoskopie eines vermeintlich „normalen" Muttermals
Bei
diesem Muttermal konnte man eine kleine dunkle Stelle erkennen. Diese zeigte
sich in der anschließenden feingeweblichen Untersuchung (Histologie) als eines
der frühesten Stadien eines Melanoms - das sogenannte "Melanoma in situ". Durch
die rechtzeitige Diagnostik und schnelle Therapieeinleitung der pigmentierten
Hautveränderung konnte das Melanom vollständig und im Gesunden entfernt werden.
Der Patient hat somit eine sehr gute Prognose für die Zukunft.
Regelmäßige Nachkontrollen der Haut sind hier ganz besonders wichtig, da es eine
leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines weitereren Melanoms
gibt.
Ziel der regelmäßigen Untersuchungen der Haut ist, ein Melanom möglichst frühzeitig zu erkennen und zu entfernen. Denn die Eindringtiefe ist ein ganz entscheidendes Kriterium für die langfristige Prognose des Patienten. Hier können wenige Bruchteile eines Millimeters ausschlaggebend sein. Zwar sterben insgesamt wenige Menschen am Melanom, das liegt aber insbesondere daran, dass viele dieser bösartigen Veränderungen rechtzeitig erkannt und entfernt werden.
Die Aufklärungen der Bevölkerung durch Medien, Krankenkassen und Berufsverbände über die Bedeutung regelmäßiger Hautkontrollen hat wesentlich zur Früherkennung von Melanomen beigetragen.
2. Videomikroskopie
Manchmal ist es jedoch schwierig, allein durch die
Derma-toskopie die Diagnose eines Melanoms frühzeitig zu stellen. Hier sind
weitere Hilfsmittel der videogestützten Mikroskopie hilfreich, da sie
noch zusätzliche Informationen hinsichtlich der Größe, des Umfangs und der
zeitlichen Veränderungen der Pigmentmale dem Untersucher als
Entscheidungskriterium zur Verfügung stellen.
Bilder eines Melanoms in Entwicklung
Bei dieser schmerzlosen videomikroskopischen Untersuchung werden durchgeführt:
- eine Übersichtsaufnahme der Haut zur Lokalisation der Hautveränderung
- die mikroskopische Aufnahme und Speicherung der Hautveränderung
- die computergestütze Analyse der pigmentierten Hautveränderung nach Form, Farbe, Umfang, Begrenzung und Farbunregelmäßigkeiten
- Vergleich der Pigmentmale zu unterschiedlichen Zeitpunkten (bei Vorliegen von Voraufnahmen)
Computergestützte Analyse von pigmentierten Hautveränderungen
Zusätzlich bietet die videomikroskopische Aufnahme auch die Möglichkeit einer computergestützen Analyse der pigmentierten Hautveränderungen auf mikroskopischer Ebene nach den ABCD-Kriterien und damit den direkten und objektiven Vergleich der Pigmentmale zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Die Videomikroskopische Untersuchung bietet insbesondere den Vorteil, dass mikroskopische Bilder pigmentierter Hautveränderungen gespeichert und im weiteren Verlauf miteinander verglichen werden können. Hierdurch können selbst minimale Änderungen erkannt werden.
Häufige Differentialdiagnosen
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Naevus-Zell-Naevus gutartiges Muttermal seit Geburt |
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Seborrhoische Keratose Gutartige Verdickung der Haut |



